Green Steps in Adelaide Hills, Koalas und der Scheibenvorfall (2/7)


Lesedauer: 8 Minuten + 2:31 Minuten Video

Große Begeisterung machte sich breit als wir zum ersten Mal nach der Zeit im Outback das Meer am Horizont erblickten. Der Süden Australiens und die Umgebung Adelaides fasziniert durch endlose Ackerflächen (was sie auch zur ‚Kornkammer des Landes‘ macht), imposante Weinanbaugebiete und einsame Sandstrände. Wir entdeckten nicht nur die wahrscheinlich schönste Dusche der Welt, sondern sahen auch den ersten Koala unserer Reise und lernten die liebenswerte Rachel in Adelaide Hills kennen.

Green Steps an der (Kapazitäts-) Grenze

Bereits bei der Grenzüberquerung vom Bundesstaat New South Wales nach South Australia lernten wir die enormen Import-Quarantänebestimmungen für den Transport von Lebensmitteln und Pflanzen hautnah kennen. Da wir uns im Vornherein nicht darüber informierten (und zugegebenermaßen auch nicht damit gerechnet haben!), dass man zwischen diesen Grenzen kein Obst, Gemüse oder Pflanzen transportieren darf, wurde uns der ausgiebige Lebensmitteleinkauf in Broken Hill nun zum Verhängnis. Frische Lebensmittel einfach an der Grenze wegzuwerfen, kam für uns jedoch keinesfalls in Frage!

Wir hielten kurzerhand einen Kilometer vor der Grenzkontrolle an und aßen all das Gemüse und Obst (bis auf eine Avocado und eine Mango, die wir einfach nicht mehr schaffen konnten) komplett auf. Während wir die Kapazitätsgrenze unserer Mägen auf eine Belastungsprobe stellten, fragten wir uns nach dem Grund für diese strengen Kontrollen. Durch Recherchen fanden wir heraus, dass South Australia (SA) der einzige Bundesstaat ohne permanente Fruchtfliegenplage ist. SA schützt sich mit dem Importverbot von Obst und Gemüse vor der Ausbreitung und Einschleppung der parasitären Insekten. Bei Zuwiderhandlungen durch Reisende werden hohe Strafen erhoben.

Warum haben wir die Lebensmittel nicht einfach entsorgt?

Allzu oft werden Lebensmittel, die gerade das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, Essensreste oder unverkaufte Produkte weggeworfen. Allein in Deutschland werden pro Jahr 6,7 Millionen t – also ca jedes 8. Lebensmittel – entsorgt (Quelle: Umweltbundesamt). Die Lebensdauer von frischem Obst und Gemüse, Brot, Eier, Wurst und Käseprodukten kann allein durch die richtige Lagerung deutlich verlängert werden. Hierbei lohnt es sich einen Blick auf die Homepage vom WDR zu werfen, die dort für viele Lebensmittel die richtige Lagerung erklären und praktische Beispiele zur Verlängerung der Haltbarkeit vorstellen. (Wusstest du…? Dass man Butter, Frischkäse oder Hartkäse sehr gut einfrieren kann?)

Der Scheibenvorfall und Basteln am Meer

Nach diesem kleinen ungeplanten Zwischenhalt kamen wir am Abend in Port Augusta an und konnten endlich wieder Meeresluft schnuppern. Am nächsten Morgen war die Idylle jedoch vorbei, als wir einen riesigen Riss in unserer Frontscheibe entdeckten. Die unebenen Straßen und Schlaglöcher im Outback hatten ihre Spuren hinterlassen. Das führte dazu, dass wir in Port Augusta mehr Zeit in der Service-Hotline der Autovermietung verbrachten, als mit größeren Unternehmungen. Nichtsdestotrotz ließen wir uns die Stimmung nicht vermiesen und genossen die kleinen Ausflüge rund um Port Augusta und entlang des Weges nach Adelaide, wo wir schließlich unsere Scheibe austauschen ließen.

Frontscheibe in der Outback-Version: Staubig und kaputt 😀

Westlich von Port Augusta erkundeten wir die Eyre Penisula (Halbinsel). Sie ist für ihre weißen ruhigen Strände und die besondere Qualität von Meeresfrüchten bekannt. Wir haben dort unsere absolute Lieblingsdusche – eine kostenlose warme Dusche direkt am Meer! – gefunden.

Unsere warme Lieblingsdusche mit Meerblick

Am gleichen Abend fanden wir einen ruhigen idyllischen Campingplatz – wieder direkt am Meer, wo es uns so gut gefiel, dass wir spontan zwei Nächte geblieben sind. Beim Frühstück und Abendessen mit dem Blick auf die auf- bzw. untergehende Sonne, dem Sammeln von Muscheln und Basteln von unseren Crowdfunding-Postkarten verbrachten wir dort sehr schöne Stunden.

Green Steps auf kulinarischer Entdeckungsreise

Auf dem Weg nach Adelaide haben wir einen Abstecher auf die Yorke Penisula gemacht. Die Halbinsel bietet neben einsamen Stränden, freien Meerespools und endlosen Bootsstegen auch viele tolle Weingüter mit freien Verkostungen. So kam es, dass wir bereits früh morgens um 10 Uhr die erste Weinverkostung am Tag machten. Besonders begeistert hat uns Weinliebhaber eine Flasche blubbernden Rotweinproseccos, welche wir am Abend nochmals kosten mussten. 😉

Rotweinprosecco vom Weingut Barley Stacks

Die Innenstadt von Adelaide haben wir nur an einem Tag erkundet. In erster Linie haben wir dort unsere Frontscheibe tauschen lassen und den Central Market mit seiner Vielzahl an Essensmöglichkeiten und kleinen Ständen besucht. Uns zog es aber schon nach kurzer Zeit zurück in die Natur und die bewaldeteten hügeligen Gegenden rund um Adelaide. Die Zeit in den Adelaide Hills – eine Region, die für ihre wunderschönen grünen Täler und unzähligen Weinberge bekannt ist – war für uns insbesondere ein kulinarisches Highlight!

Neben den Weingütern haben wir auch einige Käsereimanufakturen und Chocolaterien besucht. Ein unglaublich cremiger Ziegenkäse-Camembert der in Weinblättern eingehüllt war, saftige Chili- /Knoblaucholiven, weihnachtliche Schokoladendrops mit Kardamom oder frisches Birnen-Cider, sind Beispiele unserer Geschmacks- und Sinnesreise durch den Süden Australiens. Besonders aufgefallen ist uns auch die spürbare Liebe der Menschen zu ihrem Handwerk. Die Betreiber der kleinen Höfe und Manufakturen haben die selbst hergestellten Produkte mit Raffinesse zu ihren eigenen ganz besonderen Köstlichkeiten geformt. Sie konnten uns zu den meisten ihrer Produkte eine eigene Geschichte erzählen. Durch all diese kleinen privat geführten Läden waren viele Orte in Adelaide Hills von einem ganz eigenen Charme umgeben, der uns zum Bleiben und Verweilen einlud.

Erste Koala Sichtung im Buschcamp

Koalas findet man meist hoch oben in Eukalyptus-Bäumen

Adelaide Hills ist für uns auch durch die Zeit bei Rachel im Buschcamp zu einer ganz einzigartigen Erinnerung geworden. Rachel ist eine lebensfrohe, offenherzige und überaus liebenswerte Person, die ihren Campingplatz mit ihrem Mann in den Adelaide Hills inmitten idyllischer Natur schon seit vielen Jahren führt. In den 2 Tagen, die wir bei ihr verbrachten, haben wir viele tolle Menschen kennengelernt und mit ihnen nahezu endlose Gespräche am Lagerfeuer oder in den Aufenthaltsräumen geführt.

Zur Krönung unseres Aufenthaltes haben wir dort unseren allerersten Koala gesehen. Nachdem wir eine Wanderung zu einem nahegelegenen See machten und dort gefühlt stundenlang nach einem Koala Ausschau hielten, sahen wir tatsächlich einen ganz oben in einer Baumspitze sitzen. Auf dem Rückweg begegnete uns dann direkt unser 2. Koala: Er saß in unmittelbarer Nähe zu unserem Camper. Fast so, als ob er auf uns gewartet hat. 😉 Dass Koalas auch noch für weitere Überraschungsmomente sorgen können, hat sich uns einige Tage später wiederholt gezeigt. Eigentlich gelten diese Tiere als eher faul und träge – so wurde es uns zumindest erzählt. Aus diesem Grund konnten wir unseren eigenen Augen kaum trauen, als wir in Portland einen Koala dirket an unserem Fenster vorbeijoggen sahen! (Hierzu gibt es leider kein Bild, da wir beide in diesem Moment viel zu überrascht waren, um die Kamera herauszuholen. :D)

Folgedes Video gibt euch ein paar Eindrücke von diesem Abschnitt der Reise:

Green Steps in Südaustralien

Zur Zeit brennen große Teile der australischen Wäler, wodurch bisher schätzungsweise zehntausende Koalas in den Flammen umgekommen sind. Diese Tiere sind nun auf der Liste der gefährdeten Tierarten und ein Ende der Buschfeuer ist noch lange nicht in Sicht. Uns gehen die furchtbaren Brände sehr nahe, weshalb wir uns entschieden haben, einen Teil der noch übrigen Crowdfundingsumme, an den WWF Australia zu spenden. Diese Organisation rettet Koalas und andere bedrohte Tiere aus den Gefahrenregionen und bringen sie in Pflegestationen, wo sie medizinisch versorgt werden können. Zudem sorgen sie für die Pflanzung notwendiger Bäume und üben Druck auf die australische Regierung für mehr Naturschutz aus. Wenn auch du für diese Organisation spenden möchtest, kannst du dich gern auf der Seite des WWF informieren. Nähere Informationen rund um die australischen Buschbrände haben wir für euch in einem gesonderten Blogbeitrag zusammengefasst.

In den nächsten Blogbeiträgen erzählen wir euch Stück für Stück von unseren Erlebnissen und Gedanken während der Reise. Um nichts zu verpassen könnt Ihr unseren Blog abbonnieren und werdet via E-Mail benachrichtigt, sobald ein neuer Artikel Online ist.

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